GENERELLE SITUATION

Seit der Umsetzung der Vereinbarung zwischen der Türkei und der EU, am 21. März 2016, wurde der Status von Lesbos verändert: von einem Ort der Registrierung und des Transits für Geflüchtete nach Nord-Europa zum Raum unendlichen Wartens auf die Bearbeitung von Asyl-Anträgen. Die Zahl von Menschen, die auf der Insel eingesperrt sind, hat dramatisch zugenommen und fördert die Enttäuschung bei den Geflüchteten, die an ihrer Zukunft zu zweifeln beginnen.
Die finanzielle Situation von Griechenland unter dem Spardiktat führt dazu, dass die Regierung ihren eigenen Bürgern kaum noch Hilfe leisten kann und überhaupt nicht imstande ist, den neuen Migranten auch nur minimale Unterstützung zu geben. Die staatlichen Behörden haben es versäumt, sich auf die Perspektive einzustellen, dass die Geflüchteten länger auf der Insel bleiben werden, und halten diese unter beschämenden Umständen fest, ohne Zugang zu psychologischer oder psychiatrischer Beratung und, oft genug, ohne Zugang zu grundlegender Rechtsberatung, die ihnen bei ihren Asylanträgen Nachdruck und Berechtigung verleihen könnte. Infolgedessen findet die Enttäuschung kein anderes Ventil als tägliche Ausbrüche von Panik, Unruhe und Gewalt.
Vor diesem Hintergrund hat sich die humanitäre Hilfe darauf beschränkt, die Defizite der staatlichen Behörden in Bezug auf die Grundbedürfnisse der Geflüchteten: Nahrung, behelfsmäßige Unterkünfte, Kleidung etc. auszugleichen, was nötig ist für ihr Überleben, aber nicht ausreicht – wie manche Geflüchtete es ausgedrückt haben – um “Mensch zu bleiben“. Der tägliche Überdruss und die unerträgliche Langeweile der Geflüchteten in den Camps treibt sie zum Wahnsinn und ihr Eingesperrtsein am Rande der Stadt bietet ihnen keine Möglichkeit, Kontakt mit ihrer Umwelt aufzunehmen und sich überhaupt eine Integration in Europa vorzustellen.
Da sich die Hilfsorganisationen auf die Versorgung der Grundbedürfnisse konzentrieren, gibt es wenig Möglichkeiten für die Geflüchteten, die entweder gezwungenermaßen oder aus eigener Wahl – in Lesbos oder Griechenland bleiben, spezielle Hilfe zu erlangen im Hinblick auf rechtliche oder psychologische Beratung, Zugang zur lokalen Bevölkerung, der Möglichkeit, sich kreativ zu betätigen, Weiterbildung und auf dem Weg zur Integration. Dieses Projekt wurde gestartet als Versuch diese Kluft zu überbrücken – um einen Ort zu schaffen, an dem sich Menschen treffen und für einige Stunden das Gefühl hinter sich lassen können, als Geflüchtete gefangen und abhängig zu sein, sondern Menschen zu sein, die durch gegenseitige Solidarität und Unterstützung Kraft gewinnen.

LESVOS SOLIDARITY

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